Auch im August ist es noch so, dass Fahrer:innen von Elektroautos mehrere Ladekarten bzw. -apps im (digitalen) Portemonnaie mitführen müssen, wenn sie nicht unnötig viel für den Strom zahlen möchten. Nicht erst seit die Energiepreise rapide steigen, gilt: Wer Geld sparen will, muss sich regelmäßig informieren. Anders als an Zapfsäulen muss man in der Regel vor dem „Tanken“ ein Zahlungsmittel präsentieren, nicht erst hinterher. Das ist üblicherweise eine App oder eine Ladekarte von Stromanbietern.

Dann kommen noch Ärgernisse bei der Ladeinfrastruktur dazu: Nicht jede Ladekarte funktioniert an jeder Ladestation. Wer da den Durchblick behalten soll? Na, du! Mit dem FUTURE MOVES-Starter-Kit für E-Autofahrer:innen klappt das Aufladen problemlos und zum besten Preis. Wir berücksichtigen jedoch ausschließlich Tarife ohne monatliche Grundgebühr, richten uns mit dieser Übersicht also nicht an Vielfahrer:innen. Die sind mit monatlichen Abonnements mit Grundgebühr häufig günstiger dran.

Ionity zum Schnäppchenpreis: Bonnet

Sehr günstig an vielen Schnellladern. Foto: Bonnet

Das konnte nicht lange gutgehen: Bonnet zieht die Preise kräftig an, der Einheitspreis von 41 Cent pro kWh ist Geschichte. Ab sofort verlangt der Betreiber 0,55 Euro. Bei den wichtigsten Ladesäulen-Betreibern wie Fastned oder Allego lädt man bei der Konkurrenz jetzt wieder günstiger. Aber: An Stationen von Ionity ist Bonnet immer noch erste Wahl. Und: Bonnet lockt wöchentlich mit 25-, 50- oder 100-Prozent-Gutscheinen, sodass das Laden oft weiterhin zum Schnäppchenpreis nötig ist. Über einen Empfehlungscode können Nutzer:innen weiterhin 17,55 Euro Guthaben für die Weiterempfehlung erhalten, das sich für ein Monatspaket einlösen lässt. Mit diesen lassen sich die Preise weiter drücken. Eine physische Ladekarte gibt es nicht, nach der Einrichtung der App kann das Laden dafür sofort beginnen. Nachteil: Viele weit verbreitete Anbieter, wie EnBW fehlen noch.

0,55 Euro / kWh an AC
0,55 Euro / kWh an DC
0,55 Euro / kWh bei Ionity
keine Blockiergebühr für lange Ladevorgänge
keine Anschlussgebühr pro Ladevorgang (einmalige Verbindungsgebühr)

Hier kannst du die iPhone-App herunterladen
Hier kannst du die Android-App herunterladen

Am günstigsten deutschlandweit: MVV eMotion

Der Tipp fürs Laden bei Ionity: Bonnet

Das Mannheimer Unternehmen MVV bietet mit MVV eMotion eine App an, mit der das Aufladen deutschlandweit für 39 Cent Wechselstrom- bzw. 45 Cent pro Kilowattstunde an Gleichstrom-Ladesäulen möglich ist. Nach Installation und Einrichtung der App kann es sofort losgehen, auf den Versand einer Ladekarte müssen E-Autofahrer:innen auch hier nicht warten. Nachteil von MVV eMotion: Die Preise für Laden bei Ionity sind extrem hoch, das Laden bei im „Ladenetz“ zusammengeschlossenen Anbietern sowie Fastned ist noch nicht möglich. Lange Ladevorgänge sollte man vermeiden, weil dann Extrakosten entstehen.

0,39 Euro / kWh an AC
0,45 Euro / kWh an DC
0,75 Euro / kWh bei Ionity
0,10 Euro / Min. Blockiergebühr für Ladevorgänge > 4 Stunden an AC oder > 1 Stunde an DC
keine Anschlussgebühr pro Ladevorgang (einmalige Verbindungsgebühr)

Hier kannst du die iPhone-App herunterladen
Hier kannst du die Android-App herunterladen

Europaweit günstig laden: EnBW mit ADAC-Vorteil

International am stärksten positioniert ist EnBW dank vieler Vertragspartner. Die App mobility+ und die Ladekarte braucht deshalb jede:r E-Fahrer:in. Der baden-württembergische Energieversorger hat für ADAC-Mitglieder einen Extra-Tarif im Angebot, mit dem das Laden günstiger wird. Neben den eigenen Ladestationen ist EnBW mobility+ auch an Fastned-Stationen günstig. Wie bei MVV fallen bei langen Ladevorgängen (über eine Stunde an DC und über vier Stunden an AC) Strafgebühren an: 0,10 Euro pro Minute und maximal 12,00 Euro schlägt EnBW auf.

0,42 Euro / kWh an AC (bzw. 0,38 Euro / kWh an AC von EnBW)
0,52 Euro / kWh an DC (bzw. 0,48 Euro / kWh an DC von EnBW)
0,79 Euro / kWh bei Ionity
0,10 Euro / Min. Blockiergebühr für Ladevorgänge > 4 Stunden an AC oder oder > 1 Stunde an DC, gedeckelt bei 12,00 Euro
keine Anschlussgebühr pro Ladevorgang (einmalige Verbindungsgebühr)

Hier kannst du die iPhone-App herunterladen
Hier kannst du die Android-App herunterladen

Tesla Supercharger nutzen

Die Supercharger können eine praktische Ergänzung für Nicht-Tesla-Fahrer:innen sein

Auch Tesla hat in den letzten Monat des Öfteren die Preise angehoben und bietet bekanntermaßen eine eigene Infrastruktur. Diese war lange exklusiv für Tesla-Fahrer:innen reserviert, im Rahmen eines Testversuchs können auch E-Fahrer:innen ohne Tesla die Supercharger genannten Schnellladestationen in Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Luxemburg, den Niederlanden, Norwegen, Österreich, Spanien, Schweden und der Schweiz nutzen – eine gute, aber teure Ergänzung bei Urlaubsreisen. Sie müssen dazu lediglich die Tesla-App herunterladen und ein Konto anlegen. Die Preise im Ausland variieren und sind in der App einsehbar. Achtung: Unbedingt nach Beendigung des Ladevorgangs das Auto unmittelbar vom Strom trennen, da Tesla bei hoher Auslastung der Supercharger bereits nach fünf Minuten empfindliche Blockiergebühren berechnet.

0,69 Euro / kWh an DC
Ab 1,00 Euro / Min. Blockiergebühr für abgeschlossene Ladevorgänge
keine Anschlussgebühr pro Ladevorgang (einmalige Verbindungsgebühr)

Hier kannst du die iPhone-App herunterladen
Hier kannst du die Android-App herunterladen

Lokal oft günstiger, aber nicht immer mit städtischen Apps

Viele regionale E-Autostromanbieter haben sich im „Ladenetz“ zu einem Roaming-Abkommen zusammengeschlossen

Am Beispiel Hamburg sah man lange, dass man bei örtlichen Anbietern oft am günstigsten lädt. Doch wie viele andere Anbieter auch, wurden in der App von Stromnetz Hamburg die Preise so hochgeschraubt, dass die privaten Angebote oft besser sind. Günstig geht’s jetzt mit Chargepoint, MVV oder Maingau. Lange laden ohne Blockiergebühr ist mit dem Shell-Tarif für 0,46 Euro / kWh möglich. Da behält niemand den Überblick. In jedem Fall sollten sich Fahrer:innen mit Apps wie Chargeprice über lokale Preise auf dem Laufenden halten.

Überblick behalten mit Chargeprice

Wer schon mehrere Ladekarten und -tarife nutzt, sollte die App Chargeprice installieren. Hier können E-Autofahrer:innen ihre Ladetarife hinterlegen. Steht man vor einer Säule oder plant eine Reise, empfiehlt sie automatisch den günstigsten Tarif für die nächstgelegene Ladestation.

Hier kannst du die iPhone-App herunterladen
Hier kannst du die Android-App herunterladen

Want to know more?

Michael Hajesch

Michael Hajesch

Er ist der CEO von Ionity. Michael Hajesch blickt auf eine lange Karriere beim Autobauer BMW zurück und leitet seit rund fünf Jahren die Geschicke von Ionity. Das Netzwerk wurde von BMW, Mercedes, und Audi gegründet, um es mit den Tesla-Superchargern aufnehmen zu können. Mittlerweile sind viele weitere Partner an Bord.

Andreas Schell

Andreas Schell

Gerade erst plädierte sein Vorgänger Frank Mastiaux dafür, nicht in jeder Straße jeden Stromanbieter Ladesäulen errichten zu lassen, schon übernimmt Andreas Schell das Ruder der umgebauten EnBW. Den vom Vorgänger eingeschlagenen Kurs möchte er „konsequent weiterverfolgen“. Zuvor war er bei Rolls-Royce Power Systems und Chrysler.