Schon seit Jahresbeginn ziehen die Strompreise kräftig an. Fahrer:innen von Elektroautos müssen mehrere Ladekarten bzw. -apps im (digitalen) Portemonnaie mitführen, um nicht draufzuzahlen – das galt übrigens schon vor der Energiekrise. Denn: Anders als an Zapfsäulen ist es möglich, mal eben das Doppelte für den Strom zu bezahlen. Ist man nicht auf dem neusten Stand, kommt in der Regel der Schock erst am Monatsende mit der Rechnung. News im September: Der Anbieter Allego erhöht die Preise seiner Smoov-App zum Monatsersten empfindlich. Die war jedoch schon länger nicht lohnend und ist deshalb bei FUTURE MOVES auch nicht gelistet.

Zu den unübersichtlichen Preisen kommen noch Ärgernisse bei der Ladeinfrastruktur dazu: Nicht jede Ladekarte oder App funktioniert auch an jeder Ladestation. Doch keine Sorge, mit dem FUTURE MOVES-Starter-Kit für E-Autofahrer:innen klappt das Aufladen problemlos und zum besten Preis. Wir berücksichtigen jedoch ausschließlich Tarife ohne monatliche Grundgebühr, richten uns mit dieser Übersicht also nicht an Vielfahrer:innen. Die sind mit monatlichen Abonnements mit Grundgebühr häufig günstiger dran.

Ionity zum Schnäppchenpreis: Bonnet

Sehr günstig an vielen Schnellladern. Foto: Bonnet

Der britische Betreiber Bonnet ist mit einem Einheitspreis von 0,55 Euro pro kWh einer der günstigeren. An den teuren Stationen von Ionity ist Bonnet darum erste Wahl. Bei wichtigsten Ladesäulen-Konkurrenten wie Fastned oder Allego lädt man bei der Konkurrenz jedoch etwas günstiger. Aber: Bonnet lockt regelmäßig mit 25-, 50- oder 100-Prozent-Vergünstigen, sodass das Laden oft zum Schnäppchenpreis möglich ist. Über einen Empfehlungscode können Nutzer:innen 17,55 Euro Guthaben für die Weiterempfehlung erhalten, das sich für ein Monatspaket einlösen lässt. Mit diesen lassen sich die Preise weiter drücken. Eine physische Ladekarte gibt es nicht, nach der Einrichtung der App kann das Laden dafür sofort beginnen. Nachteil: Einige weit verbreitete Anbieter, wie EnBW fehlen noch, und das Laden an AC-Ladestationen ist verhältnismäßig teuer.

0,55 Euro / kWh an AC
0,55 Euro / kWh an DC
0,55 Euro / kWh bei Ionity
keine Blockiergebühr für lange Ladevorgänge (in der Regel, Ausnahme: ein Anbieter in London)
keine Anschlussgebühr pro Ladevorgang (einmalige Verbindungsgebühr)

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Deutschlandweit günstig: MVV eMotion

Der Tipp fürs Laden bei Ionity: Bonnet

Das Mannheimer Unternehmen MVV bietet mit MVV eMotion eine App an, mit der das Aufladen deutschlandweit für 44 Cent Wechselstrom- bzw. 54 Cent pro Kilowattstunde an Gleichstrom-Ladesäulen möglich ist – und das ohne Mitgliedschaft oder Abo. Nach Installation und Einrichtung der App kann es sofort losgehen, auf den Versand einer Ladekarte müssen E-Autofahrer:innen auch hier nicht warten. Nachteil von MVV eMotion: Die Preise für Laden bei Ionity sind extrem hoch, das Laden bei im „Ladenetz“ zusammengeschlossenen Anbietern sowie Fastned ist noch nicht möglich. Lange Ladevorgänge sollte man vermeiden, weil dann Extrakosten entstehen.

0,44 Euro / kWh an AC (bzw. 0,39 Euro / kWh an AC von EnBW)
0,54 Euro / kWh an DC (bzw. 0,45 Euro / kWh an DC von EnBW)
0,75 Euro / kWh bei Ionity
0,10 Euro / Min. Blockiergebühr für Ladevorgänge > 4 Stunden an AC oder > 2 Stunden an DC, gedeckelt bei 15,00 Euro. Zwischen 0:00 und 7:00 Uhr entfällt die Blockiergebühr
keine Anschlussgebühr pro Ladevorgang (einmalige Verbindungsgebühr)

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Europaweit günstig laden: EnBW mit ADAC-Vorteil

International am stärksten positioniert ist EnBW dank vieler Vertragspartner. Die App mobility+ und die Ladekarte braucht deshalb jede:r E-Fahrer:in. Der baden-württembergische Energieversorger hat für ADAC-Mitglieder einen Extra-Tarif im Angebot, mit dem das Laden günstiger wird. Neben den eigenen Ladestationen ist EnBW mobility+ auch an Fastned-Stationen günstig. Wie bei MVV fallen bei langen Ladevorgängen (über eine Stunde an DC und über vier Stunden an AC) Strafgebühren an: 0,10 Euro pro Minute und maximal 12,00 Euro schlägt EnBW auf.

0,42 Euro / kWh an AC (bzw. 0,38 Euro / kWh an AC von EnBW)
0,52 Euro / kWh an DC (bzw. 0,48 Euro / kWh an DC von EnBW)
0,79 Euro / kWh bei Ionity
0,10 Euro / Min. Blockiergebühr für Ladevorgänge > 4 Stunden an AC oder oder > 1 Stunde an DC, gedeckelt bei 12,00 Euro
keine Anschlussgebühr pro Ladevorgang (einmalige Verbindungsgebühr)

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Als Back-up: Tesla Supercharger nutzen

Die Supercharger können eine praktische Ergänzung für Nicht-Tesla-Fahrer:innen sein

Auch Tesla hat in den letzten Monat des Öfteren die Preise angehoben und bietet bekanntermaßen eine eigene Infrastruktur. Diese war lange exklusiv für Tesla-Fahrer:innen reserviert, im Rahmen eines Testversuchs können auch E-Fahrer:innen ohne Tesla die Supercharger genannten Schnellladestationen in Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Luxemburg, den Niederlanden, Norwegen, Österreich, Spanien, Schweden und der Schweiz nutzen – eine gute, aber teure Ergänzung bei Urlaubsreisen. Sie müssen dazu lediglich die Tesla-App herunterladen und ein Konto anlegen. Die Preise im Ausland variieren und sind in der App einsehbar. Achtung: Unbedingt nach Beendigung des Ladevorgangs das Auto unmittelbar vom Strom trennen, da Tesla bei mehr als 50 Prozent Belegung der Supercharger bereits nach fünf Minuten empfindliche Blockiergebühren berechnet.

0,69 Euro / kWh an DC
Ab 1,00 Euro / Min. Blockiergebühr für abgeschlossene Ladevorgänge
keine Anschlussgebühr pro Ladevorgang (einmalige Verbindungsgebühr)

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Lokale Energieanbieter: jetzt oft teurer als überregionale

Viele regionale E-Autostromanbieter haben sich im „Ladenetz“ zu einem Roaming-Abkommen zusammengeschlossen

In vielen Städten sind die Preise der lokalen Energieanbieter so explodiert, dass die überregionalen im Vorteil sind. Günstig geht’s in Hamburg und Berlin jetzt mit Chargepoint, MVV oder dem Maingau-Tarif für die Bestandkundschaft. Lange laden ohne Blockiergebühr ist mit dem Shell-Tarif für 0,46 Euro / kWh möglich. In München und Düsseldorf ist statt MVV der ADAC-Tarif eine Empfehlung. Der TankE-Tarif von evd ist in Köln und Frankfurt empfehlenswert.

Überblick behalten: mit Chargeprice

In jedem Fall sollten sich Fahrer:innen mit Apps wie Chargeprice über lokale Preise auf dem Laufenden halten, zumal der Strompreis im weiteren Jahresverlauf steigen könnten. Wer schon mehrere Ladekarten und -tarife nutzt, kann alle verfügbaren Ladetarife hinterlegen. Steht man vor einer Säule oder plant eine Reise, empfiehlt sie automatisch den günstigsten Tarif für die nächstgelegene Ladestation. Die App informiert in der Regel frühzeitig über anstehende Preisänderungen und bietet volle Transparenz.

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Michael Hajesch

Michael Hajesch

Er ist der CEO von Ionity. Michael Hajesch blickt auf eine lange Karriere beim Autobauer BMW zurück und leitet seit rund fünf Jahren die Geschicke von Ionity. Das Netzwerk wurde von BMW, Mercedes, und Audi gegründet, um es mit den Tesla-Superchargern aufnehmen zu können. Mittlerweile sind viele weitere Partner an Bord.

Andreas Schell

Andreas Schell

Gerade erst plädierte sein Vorgänger Frank Mastiaux dafür, nicht in jeder Straße jeden Stromanbieter Ladesäulen errichten zu lassen, schon übernimmt Andreas Schell das Ruder der umgebauten EnBW. Den vom Vorgänger eingeschlagenen Kurs möchte er „konsequent weiterverfolgen“. Zuvor war er bei Rolls-Royce Power Systems und Chrysler.